23. Preisverleihung im Herbst 2021

in Kürze folgen an dieser Stelle weitere Infos zur Preisverleihung

2021 wird Frau Irmela Mensah-Schramm für ihr Lebenswerk mit dem Preis der Solbach-Freise-Stiftung für Zivilcourage ausgezeichnet

Ausgezeichnet wird Frau Irmela Mensah-Schramm für ihr Lebenswerk

Resolut, kantig aber immer demokratisch zieht sich ihr Tun und Handeln wie ein Leitfaden durch ihr bisheriges Leben. Und selbst jetzt mit 75 Jahren zieht sie der wieder einschleichende Rechtsextremismus immer noch auf die Straße.
Chapeau zu einer Persönlichkeit dieses Formats.

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Preisträgerin Irmela Mensah-Schramm über ihr Lebenswerk

1945 in Stuttgart geboren.
Schulzeit und erste Ausbildung in Baden Württemberg und 2 ½ Jahre in der Südschweiz bis März 1969.
April 1969 bis 1974 weitere Ausbildung zur Erzieherin, Tätigkeit in verschiedenen Kinderheimen und auch Kindertagesstätte und 1975 bis 1978 weitere Ausbildung zur Heilpädagogischen Lehrkraft an Sonderschulen für Geistigbehinderte in Berlin (West), wo ich bis zu meinem Ruhestand 2005 tätig war.

1975 bis 1978 ehrenamtliche Mitarbeit in der Flüchtlingsberatung von Amnesty International.
Ab 1979 aktiv in der Anti-AKW – und Friedensbewegung mit Teilnahme an wiederholten Sitzblockaden in Mutlangen und Frankfurt/M. ohne strafrechtliche Folgen für mich.
1982 Beitritt zur Friedensinitiative Berlin-Wilmersdorf.
1983 Beitritt zur ‚Alternativen Liste’, dem späteren Bündnis 90/Die Grünen, die ich aber 1997 aus verschiedenen Gründen wieder verlassen habe.
1986 eigene Aktionen (Mahnwachen) für Nelson Mandela und gegen Rassismus.
1986 Beginn meiner Aktionen gegen die neonazistische Hass-Propaganda in Berlin-Wannsee, dann ausweitend in ganz West-Berlin. Nach der Wende in ganz Berlin und auch nach und nach in der gesamten Bundesrepublik und auch in einigen Europäischen Ländern (Österreich, Polen, Luxemburg, Belgien, Finnland).
1988 Beginn der Dokumentation meiner Funde, Fotos und Aufkleber. Aktueller Stand am 31.01.2021: 124 dicke Ordner.
1995 die erste Ausstellung „Hassschmierereien fotografiert und vernichtet“.
2020 die 528. Ausstellungspräsentation zum 25 jährigen Bestehen in allen Bundesländern, außer dem Saarland, sowie in Belgien, Polen, Österreich, Italien und Luxemburg. Zudem weitere Veranstaltungen mit mir in Tschechien und in der Ukraine.
2004 Beginn meiner Workshop-Projekte „Mit bunten Farben gegen braune Parolen“ die ich vorwiegend in Schulen bis 2020 in allen Bundesländern, - außer dem Saarland – durchgeführt habe.
2012 wurde ich Schulpatin in der ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage’ Oberschule Bückeburg, die ich aber 2016 kündigte, nachdem die Schule in den 5 ½ Jahren kein einziges Workshop-Projekt mit mir durchgeführt hat. Meine Geduld war am Ende. Ich wurde immer nur ‚vertröstet’.
2014 erste Ausstellung mit den Schülerarbeiten meines Workshop-Projekts “Mit bunten Farben gegen braune Parolen“ „Überzeichnet – den Nazis entschieden entgegengemalt“ – unterstützt von der ‚Piraten-Partei’ in Berlin-Wilmersdorf.

Seit etwa 1996 div. Festnahmen – auch mit in Gewahrsamnahmen (!) und Strafanzeigen bei Kundgebungen und Demonstrationen gegen Rassismus, für Nelson Mandela, Hausbesetzer-Demos, G 9-Gipfel, Friedensdemos.
Ebenso wegen angeblichen Verstoß gegen § 86a, nachdem ich öffentlich gegen die geduldeten Hass-Botschaften unter Einsatz des Absatz 1 der § 86a, das dazu das Zeigen der NS-Symbole erlaubt, protestierte, sowie die Beschlagnahme meiner Fotos (mit den dokumentierten Funden der Hassparolen) aus dem Fotolabor.

2016 erster Prozess in Berlin wegen „Sachbeschädigung“, in Wirklichkeit der Beschädigung von ‚Politisch motivierter Sachbeschädigung’ mit der Verurteilung und dem Plädoyer der Staatsanwältin, ich sei „uneinsichtig, hätte keine Vorbildfunktion und würde keine Reue zeigen’ zu einer saftigen Geldstrafe von 2.400.- auf Bewährung, die die Generalstaatsanwaltschaft für viel zu milde hielt und in Berufung ging. Der Generalstaatsanwalt ist AfD - Mitglied!
Nach öffentlichem Protest wurde das Verfahren dann nach fast 1 ½ Jahren eingestellt.
2017 erneut Ermittlungen gegen mich in Bautzen, wo ich u.a. aus „Demokratie = Volkstod“ in „Demokratie =“ mit einem rotem Herzen das Wort Volkstod“ übersprayt habe und andere Naziparolen übersprayte (auf der ohnehin voll zugeschmierten Wand) ! Die Staatsanwaltschaft in Görlitz hat das Ermittlungsverfahren von sich aus sehr schnell eingestellt.
27. Mai 2018 meine brutale Festnahme bei meiner – polizeilich mündlich genehmigten auf 15 Minuten beschränkten Aktion gegen die AfD in Berlin mittels polizeilichem Angriff und der Abführung in Handschellen, inklusive Körperverletzung im Amt, der anschließenden 5 stündigen Gewahrsamnahme mit vollständiger ED – Behandlung!
9. Oktober 2019 nächster Prozess wegen „Sachbeschädigung in mehreren Fällen“ in Eisenach. Angezeigt von einem weiblichen Neonazi, die mich aus dem Fenster fotografierte als ich eine der unzähligen „NS-Zone“ und „Nazi-Kiez“ Graffitis in ‚Herz-Zonen’ und „Herz-Kiez’ mit Farbspray übersprayt habe.
Zur gleichen Zeit des Anschlags in Halle wurde der Urteilsspruch gegen mich gefällt:
€ 1.050.- wegen „Sachbeschädigung“. Nur peinlich für den Richter, dem gravierende Fehler in der schriftlichen Urteilsbegründung unterlaufen sind, dass dann die Generalstaatsanwaltschaft in Jena nach unserer Berufung um meine Zustimmung zur Einstellung des Verfahrens gebeten hatte. Ich wollte es eigentlich nicht, sondern einen ‚sauberen’ Freispruch. Das Verfahren wurde dann aber 2020 eingestellt.
2020 nun das nächste Strafverfahren gegen mich, diesmal angezettelt von einem AfD Mann nach erfundenem Delikt der „Beleidigung“ gegen ihn, obwohl ich ihn nicht gesehen und auch nicht beleidigt habe. Das Verfahren läuft noch, eine 3. Verhandlung steht bevor, da ich zu einer Bußgeldzahlung nicht bereit bin, für eine Straftat, die ich nicht begangen haben kann und auch nicht begangen habe.
Am 23. Mai 2020, dem Tag des Grundgesetzes, bei meinem Protest – mit großem Abstand und Maske – gegen die noch nicht begonnene Corona-Leugner-Demo am Brandenburger Tor in Berlin wurde ich abgeführt und bekam einen schriftlichen Platzverweis von der Polizei mit der Androhung der in Gewahrsamnahme, weil ich mich weigerte meine beschriftete Baumwolltasche „Demokratie beschützen anstatt beschmutzen“ umzudrehen.

Die Zahl der von mit beschädigten ‚Politisch – motivierten - Sachbeschädigungen kann ich nur schätzen, gehe aber davon aus, dass es über 130.000 Mal war, wo die erst seit 3. Januar 2007 von mir entfernten Nazisticker die Zahl von aktuell (am 31.01.2021) 88.856 .

Meine 1994 erhaltene Bundesverdienstmedaile habe ich 2000 zurück gegeben, nachdem ich – zudem am 9.11.2000 erfahren habe, dass der ehemalige Waffen SS angehörige und NPD-Kreistagsmitglied Heinz Eckhoff für seine “Verdienste“ das große Bundesverdienstkreuz vom SPD Bundespräsidenten Rau erhalten hatte – unmittelbar nach der Forderung des SPD - Bundeskanzlers Schröder an die Zivilgesellschaft „zum unanständigen Aufstand“ gegen Rassismus und Antisemitismus. Das war mir einfach zuviel!
2010 gab ich eine weitere Ehrung zurück: das „Band für Mut und Verständigung“ vom Berliner Senat als Antwort für die ständige Kriminalisierung und Verweigerung mein Projekt – übrigens bis heute - zu unterstützen.

Weitere Informationen auf meiner Webseite www.hass-vernichtet.de

Nachlese zur Preisverleihung 2019

Eine Fotogalerie mit Einblicken in die Preisverleihung 2019 finden Sie hier ▶